Gute Stimmung
Als erstes: Ihr Klavierfachmann muss Spaß haben am Stimmen. Sehr gut Stimmen lernt man nicht ohne überdurchschnittliche Motivation, man muss immer dranbleiben, sich selbst immer wieder in Frage stellen, kreativ und interessiert tiefer einsteigen wollen. Ziel ist, dass die Instrumente auch bei hoher Beanspruchung die Stimmung halten. Ein guter Stimmer hat sich immer die Fähigkeit erarbeitet, mit dem Gehör zu stimmen, weil er natürlich Interesse daran hat, sein Ergebnis kritisch zu beurteilen und zu verbessern.
Stimmen ist keine Kunst, wie oft behauptet wird. Stimmen ist viel Physik und Handwerk, gut messbar und dennoch nicht leicht zu erlernen. Das Ohr, welches schon Talent mitbringen muss, braucht einige Jahre intensiver Praxis, um Nebengeräusche ausblenden zu können und sich auf die wichtigen Zusammenklänge beim Stimmen zu fokussieren.
Die Klangsaiten werden beim Stimmen so gespannt, dass die Obertöne der Saiten möglichst exakt aufeinander aufbauen und die einzelnen Töne in einem ziemlich eindeutig definierten mathematischen Verhältnis zueinander stehen.
Eine sehr gute Stimmung bringt eine schöne, ruhige Resonanz in das Instrument, da sich die nun wieder ergänzenden Obertöne anregen und verstärken, die einzelnen Töne klingen länger aus, "singen" bei guter Intonation und entsprechender Qualität des Instrumentes.
Bei der handwerklichen Umsetzung reagiert jedes Instrument anders. Irgendwann spürt man, welche Behandlung am Wirbel nötig ist, welche Anschlagsstärke passend ist, sieht manches auch an der Konstruktion der Saitenanlage.
Durch meine lange Erfahrung als Konzertstimmer ist es für mich selbstverständlich, höchste Ansprüche zufriedenzustellen. Haltbarkeit und Qualität meiner Stimmungen habe ich durch unzählige Konzerteinsätze perfektioniert.
Meine Erfahrung gebe ich nun gerne an Sie weiter.
